Beitrag vom 11.09.2026

Ein ausgekochtes Suppenhuhn

Als das Huhn mal keine Lust hatte, im Suppentopf zu landen

Von Lothar Epe

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Von wegen, es hat nichts zu tun

Immer will dem Huhn der Hahn,

an die Federwäsche dran

Und tausend Körner pickt das Huhn

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Dann prüft der Bauer im August

Ob das Huhn schön dick und fett ist:

Es ist ne wahre Fleischeslist!

Denn Fleischeslust ist ihm oft Frust.

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Irgendwann schon früh im Leben

Wird es dann zum Suppenhuhn

Das Huhn kann nichts dagegen tun,

Sein junges Leben herzugeben

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Jetzt ist es aber so gewesen

Dass das Huhn nicht sterben wollte

Wie's nach der Bestimmung sollte.

Zudem hat’s kürzlich was gelesen.

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Zwar münden auch „Kulturgut-Puppen“

In Suppen, sogar ganze Truppen

Die sich schließlich nur entpuppen

Als ordinäre Buchstab-Suppen

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Sei's drum, in dem Heft, da stand,

wie man dem Suppentopf entgeht

Und dafür nicht den Heiland fleht

Als Huhn nicht steckt den Kopf in Sand

Da stand schwarz auf weiss zu lesen

Wie zu verliern den Hühnerschopf

Ohne zu verliern den Kopf

Zu vermeiden wär' gewesen

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Danach hat’s Huhn noch rumgefragt

Im Kühestall und bei den Schweinen

Und natürlich bei den Seinen

Doch keiner hat ihm was gesagt

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Jedoch im Heft vom Bauernbund

Das lag mal nah am Rand vom Heu

Da stand was drin und das war neu:

Hühnerfleisch sei ungesund!

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Das Vitamine Hühnerfleisch?

Das nimmt man gegen die Erkältung?

Als Krankenheitsbewältigung?

Das ist gesund und eiweißreich!

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Wie verflixt in Gottes Namen

Kann das denn ungesund nur sein?

Das versteht doch echt kein Schwein,

Erst recht kein Huhn, selbst nicht die Zahmen

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Egal! Wenns hilft zu unterlassen

Das Huhn im Kochtopf zu erhitzen

Und ordentlich dort anzuschwitzen

Serviert danach in Suppen-Tassen…

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Schwerer war, dafür zu sorgen,

Dass Bauern nun das Huhn verweigern

Vielleicht noch zum Veganer steigern,

Wie’s das geschafft hat, bleibt verborgen

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So war es das Verdienst vom Huhn

Dass vom Bauer Kuhn die Brut

Kein Hühnerfleisch mehr essen tut

Sich Hühner nicht mehr fürchten tun

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Stellt sich die Frag, wie kam zum lesen

Das Huhn, dass sonst nur Eier legt

Und Körner pickt und Küken pflegt

Was ist der Grund dafür gewesen?

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Sie hat ihm immer vorgelesen!

Dem Huhn, das Bauern-Töchterlein!

Kam abends in den Stall hinein

Dies wunderbare Lesen-Wesen!

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Ist dort zum Kuscheln gern gewesen,

Besonders mit dem einen Huhn

Konnt’ sie das so gemütlich tun

und hat ihm dabei vorgelesen.

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Denn war sie traurig oder fror

Ging sie stets in den Hühnerstall

Das Töchterchen, mit einem Mal

Freuten aller sich im Chor

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So kam es durch die Raffinesse

Und dem Interesse von dem Huhn

Durch Lernen es den Kindern nun

Gleichzutun, mit viel Finesse

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Und die Moral von der Geschicht?

Ob Huhn, ob Hahn, ob Ferkelspan

Ficht den Veganer gar nicht an,

Ihm schmeckt das Fleisch wie Meeresgicht

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Und will man das Huhn nun doch noch töten

Obwohl dem Topf schon längst entronnen

Nur deshalb in die Jahr’ gekommen

Dann wird das Huhn dem Kessel eins flöten

Ende

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