Ingrid ist meine beste Freundin. Und meine Geliebte. Bis sie sich wieder aus dem Staub macht.
Sie kommt. Und sie geht wieder. Wann sie will und wie sie will. Dann kommt sie also. Sie beglückt mich. Um mich dann mit einem tiefen Schmerz und in dunkelster Verzweiflung zurückzulassen.
Aber wenn sie da ist, dann nimmt sie mich so gefangen, treibt für eine kurze Weile in den Wahnsinn. Um mich gleich anschliessend wieder fallen zu lassen. Wie eine heisse Kartoffel.
Intensiv ist es, das Vergnügen. So intensiv, wie es kurz ist. Und immer ist es auf meiner Seite. Jedenfalls so lange, bis es mich endlich wieder in tiefe Verzweiflung stürzt.
Es dauert keinen Tag lang. Dann ist es schon wieder vorbei. Weil sie wieder verschwunden ist. Und so ein tiefes Gefühl der Leere in mir hinterlässt. Während ich parallel in ein tiefes Loch falle.
Das geht dann Tage lang so. Sie kommt, sie geht, sie kommt wieder, sie geht erneut. Es ist ein stetes hin und her. Solange bis..... ganz genau, bis sie erst mal nicht mehr zurück kehrt.
Dann hinterlässt sie schon wieder so eine tiefe Leere in mir. Für eine lange Weile. Und wenn ich sie dann endlich fast vergessen habe, kommt sie plötzlich doch wieder zurück.
So wie heute morgen. Wie Phönix aus der Asche entstieg sie dem Nebel und erschien mir erneut. In einem leuchtend gelben Kleid. Und Punkten auf dunkelorangefarbenem Untergrund.
Selbst am späten Nachmittag. Da ist sie immer noch da. Immer noch lässt sie mich frohlocken. Den ganzen lieben Tag schon. Bis in den Abend darf ich sie besitzen, von ihr zehren. Ihren Nektar versuchen. Doch morgen, da ist sie wieder weg.
Und wer weiß, ob sie in diesen Sommer noch mal zurückkehrt. So launisch, wie sie ist. Und jetzt, wo auch der Sommer geht. Um Platz zu machen für den Herbst, bin ich so bang.
Warum, so frage ich mich dann, warum nur bin ich immer so traurig, wenn sie wieder mal verschwindet. Anstatt Freude darüber zu empfinden, dass ich sie hatte. Das ist die spüren Durfte. Dass ich an ihrem Nektar versuchen konnte.
Ingrid, meine Diva, Du Luder! Immer Machst du dich aus dem Staub! Lässt mich zurück In tiefer und dunkler Verzweiflung. So ein bisschen durfte ich an deinem Nektar nippen. Gerade soviel, dass ich eine Ahnung davon bekomme, was mir entgeht.
Das darf doch alles garnicht wahr sein! Und das alles, um irgendwann zurückzukehren. Ganz nach Lust und Laune. So wie ihr gerade der Sinn steht. Zum Zwecke der Kasteiung. Weil ich nicht mehr von dir lassen kann. Jedes Jahr aufs Neue. Immer so lange, wie du bei mir bleiben willst. So lange will ich dir für dich sein. Bin ich dein dir ergebener Diener. Will es gerne sein. Der von dir Geballhornte. Einen ganzen Sommer lang.