Gedicht

Der Ritter mit dem Glitter

Eine Anleitung zum Überleben in schweren Zeiten.

Von Lothar Epe

Ein Ritter in Rüstung tanzt auf einer Wiese mit einer Frau im roten Kleid

Es war einmal ein fescher Ritter.Der Ritter war ein ganz schön fitterNur eins, das war für ihn sehr bitter.Er hatt’ nicht einen einz’gen Glitter!

So fehlt der Glanz auf seinem WanstEin Wanst, mit dem du glänzen kannst.Damit du dich nicht gleich verschanzt.Weil der Wanst so gar nicht glanzt

Drum nahm der Ritter sich ’ne Frau.Für Glanz auf Wanst und seinem BauDoch war die Frau beim Putzen mauKonnt’ jedoch tanzen wie die Sau.

Da war’s nicht arg für uns’ren RitterDass sie nicht mal die FenstergitterSchruppt und putzt, denn immerhinWar stets das Tanzen sein Gewinn.

Und da er tanzt’ von Anbeginn,Macht das für ihn jetzt durchaus Sinn,War Oberflächenglanz Gewinn?Nein, und auch nicht Lebenssinn!

Drum tanzt die Frau nun unsrem RitterSein ganzes Leben voll mit Glitter,Und selbst, wenn draußen tobt GewitterSchmeckt dem Ritter der Donner nicht bitter.

Und wenn sie nicht gestorben sindSelbst dann, wenn sie schon taub und blindSind, oder völlig durch den WindDann tanzen sie im Kreis geschwind.

So höret, Ritter dieser Welt,Wisst, wer’s mit dem Tanzen hält,Selbst wenn, wie grad’, die Welt zerschelltHat längst den bösen Geist verprellt!

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